Der Jimmy Ray's Barbershop in Nürnberg
Kategorie
Entrepreneurship

Einmal im Leben Barber sein. Thorsten Staudt hat sich getraut. Er ist der Besitzer von Jimmy Ray’s Barbershop in Nürnberg. Aber wie kam es dazu, was ist ihm als Barber besonders wichtig und welche Trends prophezeit er uns für 2016? Wir haben gefragt, er hat geantwortet.

Ein Barber Shop mit Geschichte

Vor fast 100 Jahren erblickte das Geschäft in der Kappengasse 6 in Nürnberg das Licht der Welt. Seit 12 Jahren ist Thorsten Staudt full-time Daddy von seinem Schätzchen. Aber warum wird man Barber? Für den Besitzer des Barber Shops waren zwei Gründe ausschlaggebend für diesen Schritt.

Thorsten Staudt: In den 60- oder 70er Jahren hörte man im Friseurwesen auf, Männer und Frauen auch räumlich zu trennen. Ich empfand und empfinde es immer noch unangenehm, wenn Männer und Frauen zusammen beim Friseur sitzen. Ab und zu kommt es unter Männern zu Gesprächen über Haarausfall und Schuppen. Und Frauen möchten nicht unbedingt beim Lockendrehen beobachtet werden. Ich wollte hier trennen.

Der Jimmy Ray's Barbershop in Nürnberg

Doch ein Film gab schlussendlich den Startschuss zu dem Projekt, das heute ein fester Teil seines Lebens ist.

Thorsten Staudt: Zu dieser Zeit kam der Film „The man who wasn’t there“ mit Billy Bob Thornton von den Coen Brüdern raus. Hier ging es um einen kleinen Barber Shop, in dem sich Morde ereignen. Da habe ich mir gedacht, so einen Laden mache ich auch auf – nur ohne die Morde.

Nicht nur die Filme haben sich während der letzten 12 Jahre stark geändert. Auch die Frisuren und die Trends haben sich weiterentwickelt.

Thorsten Staudt: In den letzten Jahren sind extrem kurz rasierte Seiten und stark ausgeprägte Scheitel total in. Um das Ganze noch etwas markanter zu machen, wird viel Pomade verwendet. So langsam geht der Trend aber wieder Richtung „mehr Haare auf dem Kopf“.

Der Jimmy Ray's Barbershop in Nürnberg

Hört sich stark nach Hipster an. Aber wird der Hipster auch 2016 noch ein Hingucker sein oder erobert der Moustache die Laufstege wieder zurück

Thorsten Staudt: In Deutschland wird es sicherlich weiterhin auch 2016 lange Bärte geben. Aber so langsam wird sowas auch out. Der Schnauzer erlebt ein Revival. Letztens hatten wir eine Tom Selleck-Challenge. Alle im Laden hatten für eine bestimmte Zeit einen Schnauzer. Gerade bei den Jungs, die etwas längere Haare tragen, erinnert das stark an die 60er-Jahre – inklusive der Koteletten und der etwas längeren Haare an den Seiten. Ein sauberer Seitenscheitel und ein Schnauzer dazu – das ist schon sehr hip. Mit diesem Look fällt man momentan aber noch stark auf.

Nach welchen Kriterien entscheidet man bei Jimmy Ray’s Barbershop wem was steht und welche Kunden bevorzugen welche Frisur?

Thorsten Staudt: Erstmal gilt: Bei uns macht jeder alles. Natürlich hat der eine Mitarbeiter eine andere Vorliebe als der andere und mag einen Stil vielleicht besonders gerne. Bei uns sucht sich der Kunde seinen Lieblingsfriseur aus. Aber das geht meistens Hand in Hand. Unsere Kunden sind so unterschiedliche wie unsere Mitarbeiter.

Der Jimmy Ray's Barbershop in Nürnberg

Sitzt der Kunde einmal fest im Sattel oder auch fest im Stuhl, wird was angelegt?

Thorsten Staudt: Bei uns im Laden machen wir ausschließlich Nassrasur, wenn es darum geht glatt zu rasieren. Wenn es darum geht, den Vollbart zu behandeln, nehme ich die Haarschneidemaschine oder die Schere. Bei der Pflege und beim Styling hat sich jede Menge getan.

Inwiefern?

Thorsten Staudt: Wir nutzen sehr viel Pomade und Bart-Öl. Hier ist extrem viel dazugekommen in den letzten Jahren. Wir haben 30 verschiedene Pomaden, 10 verschiedene Bart-Öle, insgesamt sehr viele Produkte nur für Männer. Wir haben auch zwei komplett vegane Serien von Rasierseifen und von uns designte Bürsten in verschiedenen Größen. Männer geben unglaublich viel Geld aus. Es ist unfassbar!

Wir haben auch Kunden, die schicken uns Bilder von ihrem Bad, in dem 20 Pomaden nebeneinander aufgereiht stehen und die Frauen keinen Platz mehr haben im Bad, weil die Männer allen Platz für sich beanspruchen. Das gab es ja so früher auch nicht. Da hat wirklich eine Kehrtwende stattgefunden. Männer achten extrem viel mehr auf Körperpflege als früher.

Aber wer investiert dermaßen viel Geld in seinen Bart? Wie sieht der durchschnittliche Barber Shop-Kunde eigentlich aus?

Thorsten Staudt: Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 35 Jahren. Und sie achten alle sehr auf ihr Äußeres. Das haben sie alle gemein. Ansonsten sind sie alle total verschieden. Vom Typen in der Lederjacke mit Nieten über den Businessmann, der im Anzug bei uns sitzt.

Eine weitere Sache, die sie gemein haben: Männer sind extrem treu gegenüber Produkten und ihrem Dienstleister – vielmehr als die Frau. Frauen sind viel schneller dabei mal zu sagen „Ach, meine Freundin kennt einen guten Friseur. Den probiere ich auch mal aus“. Das würden Männer kaum tun. Männer bleiben dem Friseur oder auch dem Geschäft treu – egal was kommt und über viele Jahre.

Hier geht's lang zum Barber Shop:

Kappengasse 6, 90402 Nürnberg

+49 911 234 86 50

mail@staudt.de

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Bernd Bernd

Sehr geiler Laden und der beste Friseur ist der Jens! 😁 der Barbier meines Vertrauens!

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